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"Cellofantasien und Vibrationen"
rt. Hünstetten-Bechtheim, 02.Dezember 2003 (Christopher Herrmann und Agnieszka Koprowska begeistern in)
Wohl eines der außergewöhnlich faszinierenden Instrumente dürfte das Cello sein, dessen klangliche Vielseitigkeit geradezu herausfordert, die Schwingungen des persönlichen Innenlebens musikalisch nach außen zu kehren. Christopher Herrmann, geboren 1983, der sich seit seinem 13. Lebensjahr mit dem Instrument befasst und daneben auch kompositorischen Neigungen nachgeht, demonstrierte dies in der vollbesetzten Bechtheimer Pfarrscheune an drei Beispielen die am Abend ihre "Uraufführung" erlebten, bestimmten Personen seines Bekanntenkreises gewidmet und im Titel bereits bezeichnend für die verfolgte Absicht. Neben einer Improvisation die "Fotoalbumsuite" und "Dinah's Sweets", Stücke, die wie unterhaltsame Geschichten wirken, ein bisschen Märchen, ein bisschen Balladendrama, ein bisschen Schwärmerei, Stimmungen, Gefühle, Empfindsames.
[...] Da erklingt barock Bourreéhaftes neben Schubertschem Sentiment, romantische Kantilenen in warm timbrierten Vibrato neben chinesischer Pentatonik. Stellenweise glaubt man Dvorak zu hören, ehe die Passagen nach einem eingestreuten Courantensegment oder rhapsodischen und jazzigen Momenten mit Glissando oder Schleiftönen in einen harlekinesken Taumel abrutschen oder sich in sphärenhafte Flageoletts, ähnlich den Tönen auf der Äolsharfe, verlieren.
[...] Herrmann beherrscht die technische Seite ausgezeichnet, um seine Art der "Selbstversenkungsmusik" zu transportieren. Hierbei bleibt er aber bei allen überbordenden Phantasien assoziativ stets dicht am Thema und zeigt sich hierbei als liebenswürdig variationsreich musizierender Proteus, der sein Publikum offensichtlich zu fesseln weiß. [...]
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